„Vierbänner“ an der „Lothringer Spitz“ neu gesetzt

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Es war ein Herzenswunsch von Arnold Hoor, ehemaliger Schulrektor aus dem saarländischen Bliesransbach, dass ein verschwundener Vierbanngrenzstein nochmals an Ort und Stelle gesetzt werden würde. Leider konnte er der feierlichen Einweihung am 12. Mai 2011, an der sog. „Lothringer Spitz“, nicht mehr beiwohnen. Am Tag davor war er verstorben.
Solche Grenzsteine sind im Saarland, in der ganzen Region, recht selten. Jener an der Banngrenze zwischen den Saarbrücker Stadtteilen Eschringen und Fechingen sowie der Gemeinde Kleinblittersdorf (bis 1766 lothringisch!) und deren Ortsteil Bliesransbach, hatte eine bewegte Geschichte, wurde immer wieder, auch angesichts häufiger Grenzstreitigkeiten, in Protokollen beschrieben. Zeitzeugen wie Arnold Hoor hatten noch Erinnerungen an den letzten Originalstein, der vermutlich Mitte/Ende der 1940er Jahre wohl von einem Traktor umgefahren worden war. Das abgebrochene obere Teil wurde dann vermutlich auf dem benachbarten Hartungshof als Halter für einen Wasserkran (!) „umgenutzt“.
Nun endlich konnte der vom Historischen Verein Saar-Blies in Auftrag gegebene Ersatzstein aus Buntsandstein neu gesetzt werden. Neben den Initialen für die vier Orte sind auf dem Grenzstein auch deren Zugehörigkeiten nach dem Wiener Kongress (ab 1816) vermerkt:
KP für Königreich Preußen (Fechingen, Kleinblittersdorf und Bliesransbach), KB für Königreich Bayern (Eschringen)

Auf dem Foto u. a. der Kleinblittersdorfer Bürgermeister Stephan Strichertz, Ortsvorsteherin Maria Adamek und der Bliesransbacher Ortsvorsteher Günter Lang

Foto: Karl-Theodor Elberskirch