Standort eines verschollenen Grenzsteins ausfindig gemacht

Irgendwann 2013 meldete sich der neue Eigentümer eines Anwesens in meinem Dorf bei mir. Beim „Aufräumen“ … im Außenbereich habe er einen „Stein“ gefunden, bei dem er sich vorstellen könne, dass es ein Grenzstein ist. Seines Erachtens gehöre der da nicht hin. Ich schaute mir also „vor Ort“ den Stein genauer an, und in der Tat entpuppte der sich als ein seit Jahrzehnten verschollener Bannstein.

Grenzstein 20

Der Eckgrenzstein war vermutlich im 19. Jahrhundert an der Grenze zwischen (den heute Saarbrücker Stadtteilen) Fechingen und Eschringen gesetzt worden. Bislang konnte lediglich die laufende Nummer 20 entziffert werden, was sich aber mit der Grenzlinie der Nachbarsteine (19a und 21) in Einklang bringen lässt. Es stellte sich nun aber die Frage, wo genau der Standort war? Ließe sich der gewiss übererdete Fuß des abgebrochenen Grenzsteines überhaupt finden?

Im April 2014 begab ich mich mit Markus Vogelgesang (MV), dem GPS-Experten der Eschringer Geschichtswerkstatt, auf die Suche. Im Vorfeld hatten wir über das städtische Vermessungsamt digitales Kartenmaterial erhalten. Ausgerüstet mit GPS-Handy, Tablet und alten Karten sowie Spaten und Heckenscheren machten wir uns an die Arbeit. Die uns bekannten Gauß-Krüger-Koordinaten hatte MV für die GPS-Suche aufbereitet. Es ergab sich eine in Frage kommende Fläche mit einem Durchmesser – die Abweichungen eingerechnet – von ca. 10 Metern. Also immer noch eine Art Suche nach der Stecknadel im Heuhaufen! Nach fast 1 ½ Stunden versprühte MV Optimismus: „Ich glaube, wir haben ihn!“ Die xte Grabungsfläche hatte einen flachen Sandsteinkopf zum Vorschein gebracht. Vorsichtig wurde die ihn umgebende Erde von uns abgetragen. Dabei tauchten noch eine große Kalksteinplatte und ein abgerundeter Kalkstein auf, was noch Rätsel aufgibt. Eventuell könnte es sich dabei um einen (unbehauenen) Vorgängerstein handeln. Es war bisweilen ja üblich, einen alten (zu ersetzenden) Grenzstein in unmittelbarer Nähe des neuen zu positionieren.

Grenzstein Vierherrenwald Grenzstein Fuß

Es ist nun angedacht, in Abstimmung mit dem „Finder“ des Bruchstücks, beide Teile am originalen Standort wieder zusammen zu fügen.

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