Grenzsteine/-kreuze mit Schwurhand

Grenzsteine mit einer eingemeißelten (Schwur-) Hand waren mir bislang nicht bekannt gewesen. Eine email aus dem Elsass mit einem beigefügten Foto machte mich erst darauf aufmerksam.

Im Internet fand ich schließlich einen wichtigen Hinweis auf „die legendären Handkreuze im Elm bei Vohenstrauß“ (s. www.heimat-now.de – Baudenkmäler/Flurdenkmäler) und „Handsteine“ ganz allgemein. Offenbar sind in der Oberpfalz häufiger steinerne Flurdenkmale mit einer (Schwur-) Hand anzutreffen. Auch in der Rheinpfalz, in Österreich, sogar in Litauen und Dänemark soll es solche Steine geben. Welche Bedeutung diese „Hände“ haben, ist wohl nicht eindeutig geklärt. Vermutlich gibt es einen Zusammenhang zwischen einem sog. „gefriedeten“ Bezirk und dem Abschlagen einer Hand beim Tatbestand des Friedbruchs. Im (späten) Mittelalter und in der frühen Neuzeit sind diese mysteriösen Steine vorwiegend aufgestellt worden.

Vier Handsteine/-kreuze aus Granit stehen nah beieinander in einem Waldgebiet zwischen Vohenstrauß, Waldau und Leuchtenberg (Oberpfalz), einer davon etwas abseits:

(Foto: Peter Staniczek)

In einer ganz anderen Gegend, und zwar in einem Privatwald im elsässischen Biltzheim (bei Rouffach – südlich von Colmar), steht ein Stein mit der Jahreszahl 1470 (oder 1472).

(Foto: Rémy Moyses)

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