Grenzsteine der alten Ensheimer Banngrenze zum Denkmal gekürt

An sich gelten historische Grenzsteine landläufig als schützenswerte Flurdenkmale. In der Praxis wird dies aber von Bundesland zu Bundesland recht unterschiedlich interpretiert und gehandhabt.

Im Juli 2018 wurde nun nach § 6 Abs. 2 des Saarländischen Denkmalschutzgesetzes (SdschG) das Ensemble „Grenzsteine der historischen Banngrenze Ensheim“ in die Denkmalliste eingetragen. Das Verfahren zur Erfassung und Beantragung hatte eine Weile gedauert, nun ist es abgeschlossen.

Ensheim, seit 1974 Stadtteil von Saarbrücken, hat eine sehr eigene und wechselvolle Geschichte. In der Denkmaldokumentation des Landesdenkmalamtes heißt es:

„Das Dorf Ensheim war seit 1538 Eigentum des unter der Oberhoheit von Nassau-Saarbrücken stehenden Klosters Wadgassen. Entsprechend sind auf den Grenzsteinen auf der Seite des Wadgasser Grundbesitzes neben dem Hoheitszeichen von Nassau-Saarbrücken, der Wolfsangel, auch der Krummstab als Abtinsignie, das Zeichen des (Prämonstratenser-) Klosters Wadgassen, zu sehen.“

Bei Grenzsteinen zwischen Ensheim und Eschringen sind in der Regel nur die Initialen der beiden Dörfer E bzw. ES sowie das Wadgasser W nebst Jahreszahl der Steinsetzung und die laufende Nummer eingemeißelt:

Grenzstein Ensheim Eschringen 8

 

Grenzstein Ensheim Eschringen 5

 

Immer wieder kam es zu Grenzregulierungen, vor allem im 18. Jahrhundert. „Die historische Banngrenze von Ensheim umfasste zur Zeit der Nassau-Saarbrücker Renovatur (1765) … 179 Grenzsteine. Die Zahl erhöhte sich im Laufe der Zeit auf 194, da neben den Grenzsteinen der ersten barocken Setzungsmaßnahme noch Ersatzsteine späterer Aussteinungen und zusätzliche Grenzsteine jüngerer Herrschaftsgrenzen hinzukamen. Insgesamt konnten aktuell 116 Grenzmarken auf der historischen Banngrenze Ensheim entweder im Original, als Ersatz oder als Zusatz lokalisiert werden.“ (Denkmaldokumentation)

Der ehemalige Ensheimer Bann grenzte zu Wadgasser Zeiten im Süden an Eschringen, im Osten an Ormesheim, (Hecken-) Dalheim, Oberwürzbach und Hasel, im Norden an St. Ingbert, im Westen an Scheidt, Bischmisheim und Fechingen.

Bannkarte Ensheim Karte gedreht und genordet

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