Die Adlersteine von Boppard

Seit dem Herbst 2015 verfügt die Stadt Boppard am Rhein über ein sehr attraktives, neu konzipiertes Museum in der ehemaligen kurfürstlichen Zollburg, die einst auch Teil der Stadtbefestigung war. Als freie Reichsstadt führte Boppard bereits ab dem 13. Jahrhundert den Reichsadler im Wappen.

Adlerstein Boppard
Im 1. Stock des Stadtmuseums fällt einem sogleich ein translozierter Grenzstein mit dem Reichsadler-Wappen auf. Eine Jahreszahl fehlt, dafür findet sich auf seiner (schwierig zu fotografieren) Rückseite die erhabenen Zeichen der Nachbarstadt Rhens: das kurkölnische Kreuz und zwei gekreuzte Stadtschlüssel. In Rhens hatten sich 1338 die sieben Kurfürsten zum „Kurverein zu Rense“ zusammengeschlossen, um die Wahl des deutschen Königs zu bestimmen.

Adlerstein Boppard Rhens

Das im Museum ausgestellte, auf Grund seiner Größe (ca. 6 Meter lang!) wahrlich imposante „Bopparder Stadtbild“ stammt aus dem Jahre 1742 und war von dem kaiserlichen Notar Goswinus Klöcker gefertigt worden. Im oberen Teil des Stadtbildes, auf der Höhe des Bopparder Stadtwaldes, lassen sich u. a. überdimensionale Grenzsteine, die sog. „Adlersteine“, erkennen. Über ihre Funktion als Banngrenzsteine sollen sie auch „die Grenze des engeren Fiskus Boppard“ bezeichnet haben. Leider konnte ich nicht nachprüfen, ob Adlersteine auch noch an ihren ursprünglichen Standorten existieren (was aber anzunehmen ist).
Stadtbild Boppard

Menü schließen