Grenzsteine in Somerset/Südengland

Wer das englische „West Country“ bereist, kommt unweigerlich an vielen vor- und frühgeschichtlichen Stätten vorbei, insbesondere an imposanten Steinkreisen (u. a. Stonehenge und Avebury). Da und dort finden sich zudem einzelne „standing stones“ (Menhire) und z. B. in der Grafschaft Somerset auch Grenzsteine aus dem 18. und 19. Jahrhundert. In der Regel sind diese eher schmucklos, oft ohne besondere Zeichen, wenn überhaupt mit wenigen Initialen versehen. Den dürren Hinweisen auf diversen Websites zufolge, handelt es sich bei den meisten verbliebenen Grenzsteinen um sog. „(civil) parish boundary stones“ – also Gemeindebannsteine. Andere Grenzsteintypen markierten kirchlichen oder privaten Grundbesitz.

In der südlich der Mendip Hills gelegenen Kleinstadt Wells, die sich mit der von den Römern begründeten Stadt Bath die gemeinsame Diözese teilt, entdeckte ich auf dem Areal um die prächtige Kathedrale einen Grenzstein mit den Initialen D & C. Diese stehen für Dean & Chapter (= Dekan und Domkapitel). Im nahegelegenen historischen Museum konnte man mir hinsichtlich des Alters und seiner konkreten Funktion leider keine Auskünfte geben.

Grenzstein Wells

Wenigstens erwarb ich dort eine Broschüre für historisch interessierte Wanderer, und zwar über das Waldgebiet „Beacon Hill“ in den östlichen Mendip Hills. Durch dieses führte u. a. eine Römerstraße, deren Spuren noch auf dem „Fosse Way“ zu erkennen sind. Entlang dieses Weges stehen offenbar einige Bannsteine der Gemeindebezirke Doulting und Stoke Lane. Das der Broschüre entnommene Foto zeigt demnach einen 1766 gesetzten „Parish boundary stone“:
Grenzstein Beacon Hill

Auf dem Parkgelände der „Chalice Well“ (= „Kelchquelle“) in Glastonbury steht abseits ein unscheinbarer Stein, der angeblich diesen mystischen Ort einst eingegrenzte. Der heilige Josef von Arimathäa, der in einem Kelch das Blut Jesu Christi aufgefangen haben soll, vergrub einer Gralslegende nach diesen Kelch an jener Quelle.

Grenzstein Chalice Well

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