Der Grenzstein der „Drei Bistümer“ in Lothringen

Südwestlich der lothringischen Metropole Metz liegt der reizvolle, ursprünglich als Trinkwasserreservoir für eben diese Stadt in den 1970er Jahren angelegte „Lac de Madine“ (1100 ha groß), der inzwischen auch teilweise als Naturschutzgebiet ausgewiesen ist und des Weiteren als Freizeit- und Naherholungsgebiet genutzt wird.
Nur wenige Kilometer südlich, im rechten Winkel der Dörfer Loupmont und Bouconville-sur-Madt, trafen einst die Grenzen der drei Fürstbistümer Verdun, Metz und Toul als eigenständige territoriale Herrschaften aufeinander. Entlang der Grenzlinien bildeten sich auch Grenzwege zu den einzelnen Bischofssitzen heraus. Im Wäldchen „Les Bois Bas“ markiert ein weitgehend im Boden versunkener Dreibänner, die „Borne des Trois Evêchés“, diese an sich unspektakuläre Stelle. Wann genau dieser mittelalterliche Grenzstein gesetzt wurde, ist nicht bekannt.

Dreibänner Bistümer

Die Territorien der drei Bistümer wurden 1552 vom französischen König Heinrich II. besetzt, nach dem Dreißigjährigen Krieg offiziell Frankreich einverleibt. Bis zur Französischen Revolution firmierten die „Drei Bistümer“ als Provinz.
Neben dem Dreibänner steht auch ein undatierter Grenzstein, dessen Initialen verwittert sind. Der Grenzweg Richtung Verdun ist durch einfache nummerierte Grenzsteine markiert.

Grenzstein Toul

Leider hatte ich keine Gelegenheit, den Grenzweg Richtung Toul zu gehen. Ein Teilabschnitt, die
„Allée des Hautes Bornes“ (Allee der hohen Grenzsteine), soll mit Grenzsteinen besetzt sein, die zum einen die bourbonische Lilie (für das königliche Frankreich), zum anderen das lothringische Doppelkreuz zeigen.

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