Grenzsteine-Sammlung in Ébaty/Burgund

Ein kleiner Hinweis in einem Touristenprospekt für das „Pays Beaunois“ versprach „wappenverzierte Grenzsteine aus dem 17. Jahrhundert im Hof des Rathauses“ des kleinen Dorfes Ébaty (Côte-d’Or). Der unscheinbare Ort liegt nahe der berühmten burgundischen Weinstraße („Route des Grands Crus“), unweit von Meursault.

In der Tat fand ich schließlich an der Frontseite der Mairie 15 akkurat aufgestellte bzw. fest in die Erde gesetzte Grenzsteine – wenn auch nicht nummerisch geordnet. Die Steine mit den laufenden Nummern 4, 5, 7, 8, 13-15, 17-19, 21-24 tragen alle ein und dasselbe Wappen sowie die Initialen E und B. Die Rückseiten sind durchweg nicht mit Zeichen versehen.

Grenzsteine Ébaty Mairie                   Grenzsteine Ébaty 2

Vermutlich handelt es sich um Bannsteine zum Nachbardorf Chaudenay (Saône-et-Loire) hin. Noch unklar ist das Wappen mit sieben vollen Sternen und weiteren Sternenteilen sowie einem (herzoglichen?) offenen Kronreif mit fünf Blattzinken. Die Banngrenze hat heute noch Bedeutung als Grenze zwischen den beiden Departements.

Grenzstein Ébaty

Vermutlich wurden in den 1920er Jahren die Wappensteine abgeräumt, aber eben nicht – wie sonst üblich – entsorgt bzw. zerstört, sondern vor der Rathausfassade eingegraben. Leider habe ich noch keine näheren Informationen zur Lokalgeschichte Ébatys.

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