Lapidarium in Frankfurt-Höchst

Wer an Frankfurt/Main und seinen 1928 eingemeindeten Stadtteil Höchst denkt, wird als erstes eventuell das Chemiewerk, die Farbwerke Hoechst AG, assoziieren. Übersehen wird dabei, dass Höchst ab 1355 Stadtrecht hatte, über ein ansehnliches Schloss (einst Residenz der Mainzer Fürstbischöfe), eine malerische Altstadt und auch über einen sehenswerten Schlossvorplatz verfügt.
Dort entdeckte ich einen imposanten, translozierten Dreibannstein, den auf allen Seiten das Wappen der Herren von Kronberg zierte. Wo er 1605 gesetzt worden war, ist bis dato unbekannt. Anlässlich der 600-Jahrfeier der Stadt Höchst stellte man das Teilstück 1955 an der zum Zolltor führenden Mauer auf.
Welche Funktion der Dreibänner hat, bleibt also unklar. Vielleicht gibt es einen Zusammenhang mit Tod des Höchster Amtsmanns Franz I. von Kronberg († 1605) oder der Einsetzung des Mainzer Fürstbischofs Johann Schweikart von Kronberg im Jahre 1604.
Dreibänner Hoechst
Wenige Meter von jenem Grenzstein entfernt, befindet sich der offenkundig nicht mehr zugängliche Garten des Zollturms (Teil der ehemaligen Höchster Stadtbefestigung) mit einem Lapidarium. Näheres zu den dort aufgestellten Grenzsteinen war nicht zu erfahren.

Lapidarium Höchst
Eine Anfrage bei Dr. Wolfgang Metternich, Vorsitzender des „Vereins für Geschichte und Altertumskunde Höchst e.V.“, erbrachte u. a. folgende Antwort:
„Die Grenzsteine im Garten des Zollturmes sind zwischen 1894 und dem 2. Weltkrieg – vermutlich meist illegal oder auch, um sie nach Flurbereinigungen und Straßenarbeiten mit gutem Willen zu sichern – der umliegenden Gemarkung entnommen worden. Sie wurden dem Höchster Geschichtsverein übergeben, um sie vor einem Totalverlust zu bewahren. Die ursprünglichen genauen Standorte sind durchweg unbekannt.“