Grenzsteine am Zisterzienserkloster Citeaux

Während einer Weinexkursion im Burgund konnte ich meinen Sohn auch überreden, einen Abstecher nach Cîteaux, zum Stammkloster der Zisterzienser, zu unternehmen.
Es war 1098 von Robert von Molesme in einer abgeschiedenen Gegend, südlich von Dijon, gegründet worden. Von den über die Jahrhunderte errichteten ehemaligen Klostergebäuden ist fast nichts mehr übrig geblieben.

Timbre Citeaux

Gleichwohl fielen mir an einem Zugang zum heutigen Klostergelände zwei Grenzsteine auf, die vermutlich einst den Klosterbezirk markierten. Beide sind in puncto eingemeißelte Zeichen weitgehend identisch. Die eine Seite zeigt Bestandteile des Wappens der Abtei: die Fleur de Lys (= Lilienblüte), an sich Symbol für das französische Königshaus, aber auch von den Herzögen Burgunds verwandt, und das Wappen einer älteren Linie der burgundischen Herzöge mit diagonalen Streifen. Die andere Seite der Grenzsteine ziert jeweils ein Abtsstab.

Grenzstein Citeaux vorne   Grenzstein Citeaux hinten   Grenzstein Citeaux Wappen   Grenzstein Citeaux Abtsstab

Über die Grenzsteinsetzung in Verbindung mit weiteren Zisterzienserklöstern verfasste der Burgund-Experte Albert Colombet in den 1960er Jahren einen interessanten Aufsatz, der im Internet auch als Pdf zu finden ist:
Colombet, Albert: Bornanges autour de la seigneurie de Marigny. Les terres de la Bussière et les terres de Citeaux à Gergueil. S. 161-175.

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