Grenzsteine im Kloster Eberbach

Bei einer Besichtigung des Kloster Eberbach im Rheingau fielen mir in einem Nebenraum der Klosterkirche zwei translozierte Grenzsteine auf. Keinerlei Hinweise erläuterten Näheres zu Herkunft und Geschichte dieser Steine.
Dankenswerterweise nahm sich der Führer des Rundgangs, Dr. Dieter Griesbach-Maisant (Oberkonservator beim Landesamt für Denkmalpflege Hessen), dieser Anfrage an und kam –  nach Recherchen im Hauptstaatsarchiv (Dr. Heinemann) – zu folgenden Erkenntnissen:

Der eine Grenzstein zeigt das Wappen von der Leyen und stammt aus Hattenheim (abgebildet bei Richard Zorn, Grenzsteine des Rhein-Main-Gebietes, Nr. 560). Vor allem die aufgesetzte (Adels-) Krone, die sonst nicht oft vorkommt, hilft hier bei der Bestimmung weiter.

GrenzsteinKL Eberbach 1

Der andere Stein zeigt den Petersschlüssel. Er kommt im Rheingau häufig vor (bei Zorn Nr. 526 abgebildet mit dem Fundort Kiedrich) und weist auf das Stift St. Peter zu Mainz hin. Er könnte aber auch aus dem Steinberg stammen, wo das Petersstift eigene Zehntbezirke besaß, die abgesteint waren. Zur Bedeutung der Buchstaben erhielt ich inzwischen von Frau Dr. Yvonne Monsees folgenden Hinweis:

Rückseite: p(e)/t(er) plus Schlüsselsymbol; (nicht zu sehende) Vorderseite: e(be)r/b(ach)

Vgl. Die Inschriften des Rheingau-Taunus-Kreises. Bearb.v. Yvonne Monsees.
Wiesbaden 1997, Nr. 308 (Die Deutschen Inschriften 43 / Mz. Reihe 5)

Grenzstein KL Eberbach 2

P. S. Laut Herrn Dr. Griesbach-Maisant soll es in der Klosterkirche von Eberbach im Übrigen originäre Grenzsteine geben, da früher die Gemarkungsgrenze von Kiedrich-Hattenheim mitten durch die Kirche verlaufen sein müsste. Gesehen habe er diese allerdings bisher nicht.

Hinweise auf regionale Grenzsteine finden sich auch in der Broschüre „Rheingauer Zehnt- und Klosterhöfe und der Wein“ aus der Reihe „Beiträge zur Weinkultur“ (2001), Oestrich-Winkel.

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