Alte Grenze auf der Insel Föhr – ohne Grenzsteine

Während eines Kurzurlaubs auf der nordfriesischen Insel Föhr erlangte ich auch Hinweise, worauf sie mehrere Jahrhunderte lang geteilt war: in die Harden (Bezirke) Westerland (Föhr) und Osterland (Föhr). Die Herrschaftsverhältnisse in der Gesamtregion erscheinen recht kompliziert. Spätestens seit dem Hochmittelalter gab es immer wieder Streitigkeiten zwischen Dänemark und dem (fränkisch-) deutschen Reich.

Durch die Insel Föhr verlief – fast mittig – eine Grenze von Nord nach Süd. Die Harde Westerland war bis zum deutsch-dänischen Krieg 1864 als Teil der königlichen Enklaven der dänischen Krone direkt unterstellt. Ihr gehörten mehrere Dörfer an, wobei die Territorialgrenze in Nieblum sogar mitten durch den Ort ging. Der Ostteil der Insel, Osterland, war Bestandteil des Herzogtums Schleswig.

Auf alten Karten des 17. und 18. Jahrhunderts (ausgestellt im sehenswerten Friesen-Museum von Wyk auf Föhr) ist der Grenzverlauf deutlich zu erkennen. Meine Hoffnung, auch Hinweise auf noch existierende historische Grenzsteine zu bekommen, erfüllten sich leider nicht. In Ämtern und Museen war von Grenzsteinen nichts bekannt. Die auszusteinende Grenze kann seinerzeit auch nur wenige Kilometer lang gewesen sein, da der Nordteil der Insel schwer begehbares Marschland gewesen ist.

Grenzkarte Föhr A                Grenzkarte Föhr B
Dass auf Föhr sehr wohl Grenzsteine (Bannsteine?) gesetzt wurden, belegt ein Dokument aus dem Bestand der Birkvogtei, auf das das Findbuch des Inselarchivs verweist: „Grenzsteine von Dunsum (1738)“.
Jedenfalls scheinen die potenziellen Grenzsteine von einst inzwischen alle abgegangen zu sein.

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