Grenzsteine geistlicher Ritterorden I.

Vor allem während der Kreuzzüge waren in Mitteleuropa und auch Palästina geistliche Ritterorden entstanden, die durch Schenkungen zunehmend an Grundbesitz gewannen.

Der bekannteste, doch schon 1312 aufgehobene Orden war jener der „Ritter des Tempels“.

Diese hatten auch im Heiligen Römischen Reich deutscher Nation Güter; der bekannteste nachgewiesene Niederlassung befand sich in Berlin; der Name „Tempelhof“ erinnert noch an sie.

Auch in der Gegend um Neustadt sollen die Templer Besitzungen gehabt haben. Ein nicht datierter (zwangsläufig mittelalterlicher) Grenzstein, der zum Grenzsteinensemble im Mußbacher Herrenhof gehört, wird den Templern zugeschrieben, doch ist dies nicht gesichert.

Ein Gedenkstein, der an die Templer erinnert, ist einem Grenzstein nachempfunden und befindet sich am (östlichen) Ortsausgang von Mußbach.

Nach der Auflösung des Templerordens ging deren Besitz (um 1319) u. a. auch an die Johanniter (später entwickelten sich daraus die Malteser) über. Etliche Grenzsteine mit dem Johanniter-Kreuz können im bereits genannten Herrenhof (drittes Bild)  (link http://www.alte-grenzsteine.de/galerie/index.php?p=18) besichtigt werden. Vor allem in der Vorderpfalz, aber auch im Südbadischen hatten die Johanniter Güter (u. a. Johanniterhaus in Freiburg, Johanniter-Kommende in Villingen). Grenzsteine aus dem 18. Jahrhundert haben sich (u. a. auch in St. Georgen) erhalten.

Abb.

Noch verbreiterter sind Grenzsteine mit den (schwarzen) Kreuzen und Zeichen des Deutschen Ordens. Steine finden sich vor allem um Bad Mergentheim und um Freiburg, wo Kommenden existierten. Im Deutschordensmuseum von Bad Mergentheim sind zwei besonders schöne Exponate ausgestellt.

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