Pfalz-zweibrückische Grenzsteine

Eine bedeutende Herrschaft im deutschen Südwesten, die auch in die Saarregion hineinreichte, war das von 1444 bis 1793/1801 existierende wittelsbacher Herzogtum Pfalz-Zweibrücken. Die anfängliche Grafschaft war 1182 anlässlich einer Erbteilung der Saarbrücker Grafen um die namensgebende Stadt Zweibrücken begründet worden. Bereits im Jahre 1385 musste der letzte Graf der sog. Walramiden-Linie seine Herrschaft an die Kurfürsten der Pfalz verkaufen.

Im Westen erstreckte sich das (gestückelte) Territorium vom Schaumberger Land (Gegend um Tholey) bis hinunter in die weitere Umgebung von Homburg und den östlichen Bliesgau. Dort finden sich denn auch Grenzsteine mit entsprechenden Initialen: in der Regel PZ oder P(F)ALTZ Z(W), solche aus dem 18. Jahrhundert dann auch z. T. mit der „Wolfsangel“ versehen.

Pfalz-Zweibrücken Illu   KW steht für „königlichen Wald“

An der „Alten Rohrbacher Straße unterhalb von Neunkirchen-Kohlhof stehen noch einige, in der Regel wohl 1756 im Rahmen des zwischen Nassau-Saarbrücken und Pfalz-Zweibrücken vereinbarten „Homburger Actums“ gesetzte Grenzsteine. Im Ortsteil Bayerisch-Kohlhof (zu Kirkel-Limbach gehörig) findet sich an markanter Stelle (seit 1816 Landesgrenze zwischen der bayerischen Pfalz und der preußischen Rheinprovinz) der leider mit schwarzer Farbe verunzierte Stein Nr. 40 (die beiden Fotos rechterhand).

Pfalz-Zweibrücker Grenzstein  Pfalz-Zweibrücker Grenzstein  Pfalz-Zweibrücker Grenzstein  weiterführende Literatur: Steine hart an der Grenze – Die „Alte Rohrbacher Straße“ / von Günther Gensheimer. In: Saarpfalz-Kalender 2008. S. 203-206.

Ein spätmittelalterlicher Grenzstein bei Gersheim-Utweiler (ebenfalls Saarpfalz-Kreis) in der Nähe der deutsch-französischen Grenze wurde wohl erst im 16. Jahrhundert mit den pfalz-zweibrückischen Initialen versehen (die Rückseite ziert das Lothringer Kreuz).

Pfalz-Zweibrücker Grenzstein

 

 

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