Bemerkenswertes Grenzstein-Ensemble bei St. Wendel

Im Rahmen eines Grenzsteintreffens beim Heimat- und Kulturverein Ostertal hatte ich bereits auf eine Begehung hingewiesen, die die Teilnehmer zu einem imposanten Grenzstein-Ensemble geführt hatte. Vier Grenzsteine kommen da an einem bedeutenden Schnittpunkt zusammen, der offenkundig über längere Zeit in Vergessenheit geraten war und erst in jüngerer Zeit, nachdem die Steine von den sie umgebenden Hecken freigeschnitten worden waren, wieder entdeckt wurde. Das Ensemble befindet sich unweit des Wendalinushofs bei St. Wendel.

Der historisch interessanteste Stein ist leider abgebrochen und liegt auf der Erde. Es handelt sich dabei um den sog. „Jagenstein“ aus dem Jahre 1600 – folglich ein für die Region sehr alter Grenzstein. Er hatte einst den Saaler Jagdbezirk zwischen den Grafen von Pfalz-Veldenz und den Herzögen von Pfalz-Zweibrücken geschieden. Es wäre sicher wünschenswert, diesen einzigartigen Grenzstein wieder restauratorisch zusammenzufügen.

Ensemble Wendel

Etwas jünger ist ein Dreibannstein aus dem Jahre 1710, der auch die Grenzen zwischen dem Fürstbistum Trier, der Grafschaft Nassau-Saarbrücken und dem Herzogtum Pfalz-Zweibrücken festlegte. Gut erkennbar sind u. a. die Initialen für Sankt Wendel und die zweigestrichene Wolfsangel für Nassau (-Saarbrücken).

Jagenstein Wendel     Dreibänner Nassau

Zwei weitere Grenzsteine aus den 1920 Jahren verweisen auf die Saargebietsgrenzen zum Deutschen Reich hin.

Menü schließen