Grenzsteine an der münsterländisch-geldrischen Grenze

Fotos und Begleittexte zu zwei Grenzsteinen eines Teilstücks der deutsch-niederländischen Grenze stammen von dem Grenzstein-Kenner Paul Oeinck. Ihm von hieraus ein herzliches Dankeschön! Weitere Grenzzüge aus dieser Region finden Sie hier: http://www.eberhard-gutberlett.de/530599984e0d8cf35/index.html

Grenzstein 768 H steht auf der Grenze des Fürstbistums Münster und der niederländischen Provinz Gelderland. Dieser Stein aus dem Jahre 1766 (?) mit der eingravierten, laufenden  Nummer 111 steht ca. 4 km südlich des deutschen Grenzstädtchens Oeding. Das Wappen des Bistums mit dem breiten Querbalken in der Mitte und das geldrische Wappen mit den beiden sich gegenüberstehenden Löwen sind mehr oder weniger gut zu erkennen. Fast alle alten (!) Grenzsteine an dieser Grenze ähneln diesem. Andere haben anstelle der Wappen das münstersche M und das geldrische G eingraviert.

Grenzsteine 768 H

Der Grenzstein 788 ist eine ganz besondere Ausnahme an der Grenze Münsterland – Gelderland. Er steht ca. 5 km südlich der kleinen Stadt Vreden und keine 80 m westlich der Landstraße L 572. Dieser Stein trägt auf der Seite des Fürstbistums Münster nicht das Wappen des Bistums, sondern das persönliche Wappen des Fürstbischofs Clemens August von Bayern (1709-1761) mit dessen barockhaft verschlungenen Initialen “CA” unter der Krone. Unter dem Wappen steht eingraviert Renovatum (erneuert) 1753. Auch auf der geldrischen Seite hat sich der Steinmetz besonders viel Mühe gegeben mit der Renovierung (Renovatum 1753) des Wappens mit den beiden stehenden Löwen, und es hat die über 250 Jahre seitdem auch bestens überstanden.

Grenzsteine 788

Seitlich auf dem Stein (kein Foto) ist dann noch die auf allen alten Grenzsteinen an diesem Teil der niederländisch-deutschen Grenze die Jahreszahl 1766 und die eingemeißelte jeweilige Folgenummer zu sehen. Bei diesem Stein ist es die Nummer 79. – Insgesamt ein prächtiges Denkmal der hiesigen Grenzgeschichte.

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