Lapidarium im hessischen Windecken

Am 30. August 2004 wurde im hessischen Windecken eine sehenswerte „Grenzsteingalerie“ feierlich eingeweiht. Es handelt dabei um translozierte Originale und um Nachbildungen.

Windecken Gruppe

Nachfolgend die Erläuterungen von Herrn Günter Vollbrecht: (von links nach rechts)

WO steht für Markwald Windecken/Ostheim, das M auf der Gegenseite ein für den angrenzenden Gemeindewald Marköbel; ein Stein aus der Zeit, als der Wald noch gemeinsam verwaltet wurde.

Der mit O markierte Stein wurde nach der Teilung in diesem Grenzverlauf später ergänzt.

Der mit E markierte Stein steht auf der Grenze zum früheren Gemeindewald Eichen und wurde 1737 gesetzt. Auf der Gegenseite steht ein WO.

Der Wappenstein wird weiter unten beschrieben. Diese vier Exemplare sind Nachbildungen von Steinen, die heute noch in den Wäldern stehen.

Zu den beiden Grenzsteien rechts:

Der Stein ganz außen stammt aus der Zeit, als die Trennung des Markwaldes abgeschlossen war…Das O steht für Ostheim, das W auf der Gegenseite für Windecken. Die 40 ist die fortlaufende Numerierung. Der Stein war 1830 gesetzt worden.

Der mit W und der Jahreszahl 1812 gekennzeichnete Stein ist ebenfalls ein Originalstein. Offenbar hatte man 1812 schon mal Einigkeit über den künftigen Grenzverlauf erzielt und daher mit der Abmarkung der neuen Grenze begonnen.

Windecken 1     Windecken 2

Der 1610 gesetzte Grenzstein ist mit dem Hanauer Wappen geschmückt, und das WO steht für Windecken/Ostheim. Das Wappen auf der Gegenseite ist der Friedberger Doppeladler für die zur freien Reichsburg Friedberg gehörende Mark Altenstadt.

Hier verlief dann später auch die Grenze zwischen dem Großherzogtum Hessen und dem Kurfürstentum Hessen. Letzteres wurde 1866 von Preußen annektiert. Die neuen Landesherren ließen das KP für Königreich Preußen in das Hanauer Wappen einmeißeln. Auf der Gegenseite kam das GH für Großherzogtum Hessen.

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