Rätselhafter Grenzstein von 1757 bei Speckbronn/Soucht

Die Nordvogesen, vor allem der  „Parc naturel regional“, sind gewissermaßen ein „Dorado für Menschen, die historische Grenzsteine suchen“. Denn in den tiefen Vogesenwäldern haben sich diese Steine in der Regel gut erhalten können.

Eine kleine Tour führte mich ins östliche „Krumme Elsass“ bzw. ins lothringische „Bitcher Land“. Das eigentliche Ziel war die sog. „Heidenkirche“, eine Ruine aus dem 14. Jahrhundert als letztem Überrest des wüst gefallenen Dorfes Birsbach. Von der Gemeinde Soucht kommend (bekannt für seine Holzpantinen mit entsprechendem Museum) über den Weiler Speckbronn steuert man am besten einen ausgeschilderten Parkplatz (am Spielersbach) an. Von dort aus ergeben sich Wanderungen unterschiedlicher Länge und Schwierigkeitsgrad.

Heidenkirche von Birsbach
Eine „Variante 3“ (mit gelbem Kreis markiert) bietet einen bezaubernden Rundgang (Länge: 2,5 km), der zuerst steil auf die Höhe führt. Dort steht ein markanter Grenzstein mit der Jahreszahl 1757. Gut erhalten hat sich die „Wolfsangel“ als Hoheitszeichen für das Fürstentum Nassau-Saarbrücken (Grafschaft Saarwerden). Die Initialen NS darunter (immer wieder irrtümlich als Zeichen für „Nationalsozialismus“ missinterpretiert) wurden offenbar in jüngerer Zeit ausgeschlagen!

Unklar ist mir noch, was einst auf der Rückseite des Steines eingemeißelt war. Eigentlich müsste es ein Hoheitszeichen des Herzogtums Pfalz-Zweibrücken sein, das die Gegend um La Petite Pierre (= Lützelstein) als französisches Lehen übernommen hatten. Oder doch die bourbonische Lilie für das französische Königshaus? Leider ist nichts mehr zu erkennen!